Ihr habt ja lauter bunter Luftballons auf dem Dach!

Mit diesem launigen Satz begrüßte uns die Wirtin des Dorfkruges in Breitscheid, als wir müde und nass ihre Kneipe betraten. Natürlich stimmte es nicht - gemeint waren unsere drei Wildwasserkajaks ...

 

Kurze Zeit später saßen wir vor Bergen von Bratkartoffeln (jeder Portion mit vier Spiegeleiern garniert) und riesigen Fleischportionen und ließen die Tour bei Volksmusik-Schlagern, die aus den Lautsprechern dröhnten, ausklingen.

 

Doch zurück zum Anfang: Begonnen hatte es alles am letzten Sonntag im Mai, um 9 Uhr am Kanuheim. Es regnete schon seit Stunden Bindfäden, es war eiskalt und wir fragten uns, ob es nicht ein wenig verrückt ist, heute paddeln zu gehen. Aber dann luden wir alles auf und fuhren los. Wir - Steffi, Peter, Volker, Sebastian und ich.

 

Über die Autobahn ging es mit Volkers und Sebastians PKW 45 Minuten nach Norden, bis in die Nähe von Neustadt an der Wied.

 

Leider wurde just an diesem Tag eine Radtouristik-Fahrt durchgeführt und das gesamte Wiedtal war gesperrt. Aber man ließ uns glücklicherweise die Straße passieren, zumal im Laufe der letzten zwei Stunden erst vier Radfahrer im strömenden Regen an der Straßensperre vorbeigekommen waren.

 

Unter der Autobahnbrücke erkundeten wir die Einstiegsstelle, schlüpften in unsere Neoprenklamotten, durchquerten ein Brennesselfeld, versetzten ein Auto an den geplanten Endpunkte und fuhren los.

 

Volker und Peter paddelten im Canadier, wir anderen drei in WW-Kurzbooten. Die Wied hatte einen Pegel von ca. 150 cm und strömte ordentlich zu Tal. Vorsichtshalber hatten wir dem netten Feuerwehrmann, der uns durchgelassen hatte, sogar seine Handynummer abgeluchst, falls uns etwas zustoßen würde. Aber es war dann doch harmloser als zunächst gedacht, wenn man auf die überhängenden Äste und gelegentliche Baumhindernisse im Fluss aufpasste. Auch einige schöne Schwallstrecken waren dabei und man konnte das eine oder andere ordentliche Kehrwasser ansteuern. Letztlich hat es an diesem Tag auch nur zweimal geregnet - jeweils acht Stunden am Stück. Zwischendurch gab es tatsächlich 15 regenfreue Minuten auf dem Fluss und sogar ein paar Sonnenstrahlen.

 

Nach 13 Kilometern waren wir am Ziel, etwas verfroren, aber glücklich. Das Anziehen trockener Kleider im Regen war der heimliche Höhepunkt der Tour... gefolgt von 500 Gramm Bratkartoffeln und den bereits erwähnten vier Spiegeleiern als Beilage ...

 

Zur Nachahmung empfohlen!!!


Stefan Wiesner


 

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