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oder
wenn´s dem Esel zu warm wird, schwimmt er im Gelbach. - Oder so ähnlich...

Horst Frankenfeld hatte schon nervöse Mails verschickt - die Pegel der Kleinflüsse zeigten durch die Schneeschmelze am Wochenende 8. und 9. Januar Fahrmöglichkeiten.
Samstagmorgens kurz nach dem Schwimmbadtraining war dann klar: Martin Kröger, Thomas Zimmermann, Stefan Laux und ich wollen auf dem Gelbach fahren.

"1,40 Meter Pegelstand - das ist viel." Sagte Stefan.Aber die Luft war warm und ich dachte, dass es so heftig wohl nicht werden wird.Horst Hohn war ja auch einen Tag vorher schon drauf gefahren.
Also suchte ich mein Paddelzeug zusammen. Ich fand sogar die Schuhe.

Stefan hatte auch seine (gefühlten) 5 dicken Paddeltaschen gepackt (wahrscheinlich hat er seit der Soca im Sommer noch alles drin gelassen) - und so waren wir lange vor der ausgemachten Zeit schon in Weinähr, wir konnten noch einen Kaffee trinken.

Dann zogen wir uns um. Ich stieg in meinen funkelnagelneuen Neophrenanzug.
Wir packten die Wechselklamotten im Martins Bus und auf dem Weg zur Einsatzstelle in Kirchähr zählten meine Mitfahrer im Auto die Stellen, die durch Bäume und Äste unpassierbar schienen. Als Fahrer konnte ich nicht so hinschauen.

Na ja, der Gelbach zeigte schon an der Einstiegsstelle, wie schnell Wasser sein kann. Ich fühlte mich "eierig" im Boot.

Dann ging's los. Und sofort zeigte der Gelbach seine Krallen - bzw. seine Büsche und Bäume. Man musste sozusagen Slalom fahren.

Und dann kam es, wie es kommen musste - nach weniger als 300 Metern kam mein Boot quer (klar, ich hatte es gelenkt) und wir kippten.
1. Rollversuch klappte nicht, der 2. auch nicht, aber immerhin sah ich Stefans Boot in der Nähe. Ich bekam es sogar zu fassen und zog mich dran hoch - allerdings ging meine Spritzdecke auf. Und dann musste ich das Boot auch loslassen, weil wieder Äste und Zweige angesprungen kamen.

Erst als ich am Ufer war - Boot und Paddel waren dabei - spürte ich, dass es im Wasser kälter war, als draußen.Martin half beim Boot ausleeren - und ich überlegte, dass der Gelbach und ich uns heute wohl nicht noch näher kommen konnten - und wollten (jedenfalls, was mich angeht).Ich sah mein Auto in der Ferne vor dem Karlsheim stehen und beschloss die Fahrt abzubrechen.
Bald fuhren die anderen 3 weiter und ich zog mein Boot über die Schneewiesen zu meinem Auto.

Aus meiner Sicht wurde es dann ruhig. Ich wartete bald in Weinähr. Lange.

Sehr lange. Langweilig war es nicht, Horst rief an und bat um Mithilfe im Bootshaus, ein heftiges Lahnhochwasser wurde angekündigt und er wollte entsprechende Maßnahmen ergreifen.Davon schreibe ich später. Oder jemand anderes.
Als Thomas, Martin und Stefan ankamen, beklagten sie sich vor allem über kalte Füße.

Aber sie strahlten. Die Fahrt hatte ihnen Spaß gemacht.
Fotos von Thomas und mir sind auch da. Klick..