Außerdem hatte ich absolutes Vertrauen in unsere Slowenien-Gruppe. Vor mir fuhr Stefan, der mit sicherem Gespür durch Wind und Wellen führte. Und hinter mir folgten Detlef, Thomas, Janis und Robin (sowie bei anderen Touren Gregor und Nicoletta), bei denen ich mir sicher war, dass sie mich und mein Boot aus dem Wasser fischen würden. Es konnte also nicht allzu viel passieren!Und so fand ich mich plötzlich auf der berüchtigten Friedhofstrecke wieder. Die ersten Minuten saß ich noch mit klopfendem Herzen im Boot und wartete auf tosende Katarakte. Dann wurde ich langsam lockerer. Die Friedhofsstrecke gefiel mir. Zwischendurch kleinere oder größere Schwipp-Schwapps, bei denen die Jungs spielen konnten, dann folgten ruhige Abschnitte, in denen man die Natur genießen konnte. Kristallklares, eisblaues Wasser und weiße, schroffe Felsen auf beiden Seiten: Ein echter Bilderbuchfluss. Genuss pur! Allmählich entspannte ich mich.

Rechts am Ufer winkte Gregor, da drehte sich Stefan plötzlich um und sagte: „O.k., jetzt geht’s los!“ Und ich hatte schon gehofft, es ginge im gleichen Stil weiter…!!! Halbherzig hörte ich Stefans Erklärungen zu und fand mich plötzlich in einer schäumenden Stromschnelle wieder. Man fuhr mittig links in die Wellennase hinein, dann folgte da plötzlich ein Stein und eine gewaltige Welle und noch ein paar Steine… und dann war ich plötzlich durch die erste Stelle durch. Geschafft! Genau in dem Stil ging es weiter. Vor vielen Verblockungen fragte ich mich: „Wie soll man da bitte schön durch kommen?“ Und es war jedes Mal ein strahlendes Hochgefühl, wenn man sich unversehrt hindurch manövriert hatte. Was für ein Vergnügen!

So passierten wir auch den "Detlef-Gedächtnisstein", bei dem ich wieder Herzklopfen bekam, weil ich Schlimmes ahnte. Aber Detlef hatte den Stein netterweise bereits weggefräst, so dass wir ohne Schwierigkeiten hindurch kamen. Es folgte wenig später eine Stelle, an der ein Felsen mitten im Weg lag und man rasant links vorbei fahren musste, um nicht über einen fiesen versteckten Stein zu kratzen. Auf diesem Fluss lernte ich, wie wichtig es ist, selbst wenn man bis zur Nase in der Welle steckt, kräftig zu paddeln. Insbesondere, wenn Stefan "Paddeln!" brüllt, sollte man so richtig Gas geben J.

Dann drehte sich Stefan um und ich erwartete eigentlich neue Instruktionen, doch er sagte nur: "So, wir haben es geschafft! Wir sind am Ende angekommen."

Schade, gerade hatte das Ganze angefangen, mir so richtig Spaß zu machen!

P.S. Mein nächstes Ziel steht auch schon fest: Für das nächste Mal werde ich üben, niemals mehr das Paddel loszulassen und mit der Hand zu stützen. Versprochen!

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