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Wildwasser Herbstausfahrt KCL

Unsere diesjährige Ausfahrt führte uns vom 22.10. - 25.10 an den Vorderrhein zur Flimser Schlucht.

Um den Weg dorthin nicht zu lang werden zulassen, beschlossen wir vorher noch in Hüningen Halt zu machen, urn uns schon mal ,,warmzufahren'. Nach zwei Stunden Training und einer warmen Dusche,fuhren wir, Gregor, Stefan, Thomas und ich, weiter Richtung Chur.

ln Schluein richteten wir uns in einer gemütlichen Ferienwohnung ein, die Stefan für uns angemietet hatte. Alles war da, von der Caffeemaschine, über den Fernseher bis zur Sauna und das alles zu einem sehr guten Preis. Sogar der Balkon bietete genügend PLatz, damit Stefan sein Boot in der Nacht nicht auf dem Auto allein lassen mußte.

Am nächstenTag gingen wir erst mal zu Fuß zum Fluss und verschafften uns einen Überblick über das Gelände und den Wasserstand. Der Vorderrheinfließt hier durch den Swiss GrandCanyon, der das Resultat des größten Bergsturzes der Alpen ist. Vor ca.14 000Jahren stürzten mehr als 10 Kubikkilometer Fels vom Flimser Stein ins Tal und bedeckten eine Fläche von 50 Quadratkilometern. Im Laufe der Zeit grub sich der Rhein in eine bis zu 600m tiefe Schlucht durch das weiche Gestein. Durch Wind und Wetter sind die Talhiänge bizarr und manchmal märchenhaft geformt.


Fotos gibt es auch zu bestaunen
Der Fluss teilt sich paddeltechnisch in zwei fast gleich lange Abschnitte von je 10 km Länge. Kurz in vor Ilanz wird der Fluss in zeitlichen Abständen durch den Ablass eines Kraftwerkes gespeist. Wir hatten das Glück, immer zu starten,wenn es gerade soweit war und hatten damit gut Wasser. Der erste Abschnitt startet in Ilanz und ist je nach Wasserstand mit 3-4 bewertet. Im letzten Drittel befindet sich die Schlüsselstelle, das "schwarze Loch". Da sich diese Stelle jedes Jahr verändert und immer wieder ausgebaggert wird, ist eine Besichtigung nötig. In diesem Jahr befand sich der Hauptstrom ganz rechts und führte auf einer Länge von ca. 35m durch 3-4 Gelände. Bei der ersten Befahrung entschieden wir uns aber alle für den zweiten, leichteren in Talmitte liegenden Strom. In Versam an der Kanuschule endet dann der erste Teil. Der zweite Tag führte uns wieder nach Versam und somit zweiten Abschnitt. Die steile Anfahrt ins Tal gibt einen unvergleichlichen Blick in dieses wunderschöne Tal frei. Die Strecke nach Reichenau ist mit 2-3 bewertet. Wie im ersten Abschnitt wechseln immer wieder ruhige
Passagen mit leicht verblockten Abschnitten ab, so dass man immer wieder entspannen kann.
Spielstellen sind genügend vorhanden,um die Technik zu verbessern. Zahlreiche Kiesbänke und
einige Grillplätze der Kanuschule laden zum Rasten ein.

In Reichenau fließt dann der Vorder.- mit dem Hinterrhein zusammen.
Von hier kann mann, wie auch in Versam, mit dem Zug umsetzen. Die Rätische Bahn hat an jedem
Zug einen extra Waggon für Wassersportler, der groß genug auch für Canadier ist :-). Die Zugstrecke führt nah am Fluss durch das ganze Tal und erlaubt so eine Besichtigung*vom Fluss aus". Die
Strasse dagegen geht hoch hinaus und führt durch die Berge. Der Hinterrhein ist leider vor dem Zusammenfluss stark kanalisiert und somit sehr unspannend.

Für den letzten Tag entschieden wir uns noch einmal für den ersten Abschnitt. Wieder war der
Wasserstand passend und motiviert ging es dann Richtung schwarzes Loch. Während Stefan und
ich sicherten,fuhr Gregor als Erster. Thomas war der zweite und meisterte die Schlüsselstelle
vorbildhaft. Stefan und ich, stark vom Sichern geschwächt,fuhren wieder durch die Mitte.
Der Ausstieg in Versam bot dann nochmal zum Abschluß eine schöne Spielstelle.

Da alle schwierigenStellen umtragen werden können,ist die Flimser Schlucht gut ftir Wildwasser
Anftänger geeignet und unser Fazit war nach den vier Tagen: "Auf jeden Fall kommen wir wieder"  

Henry