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 Fahrt auf der Weser 2009 (von Detlef aufgeschrieben)

Dabei waren (in alphabetischer Reihenfolge) Paul Dambmann, Jonas Fischer, Jakob Holstein, Fabian Lenz, Lukas Mink, Clara Reitz, Justus Reitz, Philip Scheidle, Jurek Scheuer, Henrik Thomer und Sönke Thomer. Als Betreuer Cora Reitz, sowie Holger Lenz und Detlef Knopp.

Dazu kommen „Die Frankfurter“ Franzi, Mark, Tatti, Alexander, Lara, Louis, Inga, Felix, Vera, Richard und Johanna, dazu als Leitung Jutta und Lars, als BegleiterInnen noch Bärbel, Angelika und Thomas und noch mehr.

Unser "Programm":

2. August: Bahnfahrt nach Holzminden morgens geht´s los.

2. – 3. August Holzminden, Weser-km 80

3.-4- August Camping Himmelspforta, Bodenwerda, ca. 28 km Fahrt, Weser-km 109

4.-5. August KC Hameln bei km 134, 24 km Fahrt

5.-6. August KC Rinteln ca. 29 km Fahrt bei Weser-km 163

6.-7. August Camping Borleffzen ca. 17 km Fahrt, bei Weser-km 180

7.-8. August KC Minden, ca. 22 km Fahrt bei Weser-km 202

8. August: Bahnfahrt nach Limburg

 

Samstag, 1.8.

Beladen des Hängers, dabei genaues Aufschreiben, wer was an Materialien ausleiht. 5 mal Yukon-Kajaks, 2 mal 4er-Canadier, 1 Zweier-Kajak, mein Boot, dazu genug Paddel und Ersatzpaddel, Schwimmwesten und Spritzdecken…

Zelte und Kocher, Gasflasche, Töpfe, diesmal keine Milch….

Nachts fahre ich nach Holzminden mit Gepäck und Hänger und mit den Booten. Mein Auto hat wie immer zu wenig PS, obwohl wir den Großeinkauf auf den Montag in Holzminden verschoben hatten. Berghoch in den Kasseler Bergen mit 60 Stundenkilometern, runter geht’s schneller… Wenigstens heiß ist es nicht, auch der Motor wird nicht über Gebühr warm …

 

Sonntag, 2.8.

Ich komme in Holzminden gegen 6 Uhr an. 2 Stunden Schlaf auf der Wiese des KC, dann beginnt es zu regnen.

Ich frühstücke in einem Café, kaufe dort auch 40 Brötchen, danach aber noch mal welche, weil ich von Müttern vorgewarnt worden war, ihre Jungs seinen neuerdings so verfressen…

Ich baue mein Zelt auf und schlafe darin noch mal 2 Stunden.

Dann fahre ich gemütlich zum Bahnhof, um auf die Meute zu warten, die gegen 14 Uhr ankommt. Auf der Hinfahrt der Gruppe ging laut Holger  in der Bahn eigentlich alles relativ glatt, außer dass einige in Gießen vor lauter McDoof und Test des Aufzuges fast den IC verpasst hätten. Großes Gejohle. Sie laden ihr Handgepäck in mein Auto und ich fahre los, warte wieder im Kanu-Club.

Als die Kinder und Jungs dort ankamen wird der Hänger abgeladen um an die Zelte zu kommen, die gleich aufgebaut werden. Wir lassen Platz für die Frankfurter. Die kommen dann auch irgendwann – mehrheitlich an, der PKW mit Angelika und dem Bootsanhänger dreht noch eine Ehrenrunde.

Der Frankfurter Bus (um den ich den Verein wirklich beneide) ist mittlerweile so alt, dass anscheinend jede Fahrt ein eigenes Abenteuer ist. Diesmal war der Auspuff dabei abtrünnig zu werden. Unsere Meute geht mit Holger ins Schwimmbad, das sie noch von der letzten Fahrt kennen.

Bärbel, Angelika, Jutta und ich machen uns daran, die Autos und Hänger nach Himmelspforte bzw. nach Minden vorzufahren.

Die Frankfurter haben wieder mal eine etwas komplizierter Planung, einige Erwachsene fahren nur einen Tag mit, davon einige im PKW, eine im Boot. Und später kommen dann neue dazu. Ich kapiere nicht alles  â€“ Hauptsache, die Autos werden umgesetzt.

Als wir gegen 22:00 Uhr in der Dunkelheit mit einem PKW zurückkommen, sind alle im Nieselregen am großen Tisch unter der Schutzhütte und ordentlich aufgedreht.  Die Autofahrer bekommen noch Gegrilltes. Holger und Lars hatten schon mal das Wehrwolfspiel zum Anwärmen angeleitet. Eine Vorstellungsrunde der 11 Limburger und der 11 Frankfurter Jugendlichen und Kinder verläuft eher chaotisch. Aber alle Limburger lassen sich ohne großen Widerstand in die Zelte schicken.

 

Montag, 3.8.

Bedeckter Himmel, kein Regen. Holger kocht Espresso, die kleine Hütte mit der Sitzgruppe ist bedeckt mit Süßigkeitenresten und der Boden ist mit Verpackungen übersäht. Die Frankfurter müssen aufräumen! Lars sagt es.

Vor dem Frühstück ist erst mal der Großeinkauf im benachbarten Marktkauf angesagt, vor allem Wasser, Milch…

So ein Zeltlager in Auflösung sieht noch chaotischer aus, als eins, das noch bewohnt wird.

Trotzdem beruhigend, dass der Abbau so gut klappt und die Boote werden beladen. Noch Geld der Frankfurter in das Schlüsselbundloch der Tür und den Kloschlüssel auch – Mist, jetzt habe ich vergessen die Toiletten abzuschließen… Andrea verspricht, die Leute vom KL Holzminden zu informieren…

Bald sind wir auf dem Wasser. Das ist schon eine ganz ansehnliche Flotte…

Weil der Himmel immer noch bedeckt ist, will noch niemand schwimmen. Die Kinder und Jugendlichen wissen, dass heute 30 Kilometer bewältigt werden müssen. Entspannte Gesichter. Wir machen auf die Gefahren von Seilfähren wieder aufmerksam. Eine (verdiente) Rast hinter einer solchen Fähre, die Sonne setzt sich mehr und mehr durch.

Die Limburger haben die Canadier noch nicht so gut gepackt, dass man unterwegs mit Süßigkeiten eine Zwischenmahlzeit auf dem Wasser machen kann – fester Entschluss, morgen besser zu laden…

Abends kommen wir beim Campingplatz Himmelspforte an. Aufbau der Zelte ganz dicht am Weserufer, dort steht schon ein Zelt – die Insassen, ein Wasserwanderpaar mit Faltboot merken, dass die idyllische Stille vorbei ist. Pump-Spritzpistolen, Kreischen und Nachlaufen, Schwimmen und Planschen in der Weser sind jetzt angesagt.

Andrea und Klaus von den Frankfurtern fahren mit dem Auto zum Supermarkt – ich fahre mit, hole Geld von der Bank und kaufe ein, denn weil noch so viele Würstchen übrig sind, soll noch mal gegrillt werden. Es stellt sich dann zwar heraus, dass die Würstchen mehrheitlich im Hotel vergessen worden waren, aber wir sättigen die Meute doch ausreichend. Und Vitamine hats auch noch in Form von Möhren und Paprika.

Wir haben Glück mit dem Wetter und ich genieße den Abend, wir singen am Flussufer bis Lars dann Marshmallows hervorzaubert, mit der die Jungs und Mädchen dann den Grill zutropfen.

Ich krieche später müde und zufrieden ins Zelt.

 

Dienstag, 04.08.

Morgens muss Holger feststellen, dass ein wichtiges Teil seines antiken Kochers weg ist. Also wird der Espresso mit dem großen Kocher bewerkstelligt.

Der Tag ist sonnig und wird heiß. Wir haben immerhin wieder fast 30 Kilometer auf dem Fluss vor uns. Die Limburger sind etwas schneller mit dem Frühstück, weil die Frankfurter nur zögernd aus den Zelten kriechen. Deshalb sind wir auch schneller in den Booten und fahren schon mal vor.

Diesmal haben wir von den Frankfurtern gelernt und keine Brötchen geschmiert, sondern für die große Pause Käse, Wurst, Gurken, Obst und Tomaten mit frischen Brötchen griffbereit. Das ist besser für die Kids, denn wer glaubt schon nach dem Frühstück, dass er irgendwann noch mal Hunger hat? So können sie nach Herzenslust und der Magenleere entsprechend auch in der Pause satt werden.

Bald haben uns einige Frankfurter auf dem Wasser eingeholt und unter einem Maisfeld rasten wir am frühen Nachmittag. Dabei versuchen wir Franzi von einem Splitter im Zeh zu befreien, aber trotz gültigem Krankenkassenkärtchen und gut funktionierendem Qualitätsmanagement gelingt die eigentliche Operation nicht.

Abends kommen wir nach vielen Wasserschlachten und Badetreiben kurz vor dem Ziel beim KK Hameln an, dort haben wir wieder einen wunderschönen Zeltplatz.

Lars ist begeistert von den drei (!) wunderschönen Drachenbooten, die abends auch alle auf der Weser gefahren werden.

Mein Fehler ist, dass ich zu offensichtlich kein Zelt aufbaue und denke, dass ich der einzige bin, der im 1000-Sterne-Hotel übernachten will. Die Frankfurter beschließen, dass sie auch draußen übernachten wollen und dann die Limburger natürlich auch.

Cora ist begeistert von einem verkleideten Liegerad auf dem Platz.

Endlich kommen wir dazu, die seit Tagen mitgeführten Nudeln mit Soße zu verarbeiten.

Unser Kochteam (Henrik, Paul und Philip) ist verwundert, dass man hinterher auch noch spülen muss…

Als wir abends nach Hameln wandern, auf der Suche nach Kultur und kulinarischen Spitzenerzeugnissen, kommen wir an einem ganzen Nest dieser supermodernen windschnittigen Räder vorbei.

Immerhin können wir schon mal aus der Ferne die Einfahrt zur Bootsrutsche sichten. Im Städtchen gibt es eine lange Rast vor einer Eisdiele mit ganz exotischen Eissorten, die Wahl fällt allen nicht leicht und es gibt auch die eine oder andere Geschmacksüberraschung.

Wir stromern nicht mehr lange umher, denn besonders unsere Jüngsten zeigen doch allmählich eklatante Ermüdungserscheinungen, wir trotten zurück zum Zeltplatz.

Ich schlafe ein, nachdem die kleine rote Katze vom KK Hameln sich vor mir genauso erschreckt hat, wie ich mich vor ihr…

 

Mittwoch, 05.08.

Ich werde wieder von Holgers Kaffeeduft geweckt. Jurek ist auch schon wach und wundert sich, dass der Tau seinen Schlafsack so nass machen kann. Ich hatte mehr Glück, weil ich geschützt unter einem Baum geschlafen hatte.

Lars versucht zunächst vergeblich seine Mannschaft, die friedlich Kopf an Kopf unter einem Tarp liegt, zu wecken, erst nachdem er seine Drohung mit der Wasserpistole zügig in die Tat umsetzt, bewegen sich die Frankfurter flink…

Wieder ein schöner, sonniger Tag.

Lars versucht mit Handy und verschiedenen Telefonnummern einen Kontakt zur Schleuse in Hameln herzustellen, denn Holger hatte glaubhaft erzählt, wie er einmal von Jahren mit einem anderen 10er Canadier in der Bootsrutsche festgesteckt hatte…

Unsere Spülgruppe blockiert für das Frühstücksgeschirr 4 (in Worten: „vier“) Spülbecken im Spülraum und die Frankfurter Spülmädchen warten frustriert vor der Tür. Ich spreche ein Donnerwort und verschaffe ihnen Eingang in den Spülraum.

Der Weg nach Rinteln ist nicht so lang, nach dem schon routinemäßig entspannten Frühstück und der elenden Bootsbepackerei (aber schließlich war ja auch eine Packelfahrt geplant) fahren wir (Limburger) langsam zur Bootsrutsche. Ich fahre zuerst runter, ohne Spritzdecke, weil es schon am späten Vormittag richtig heiß ist. Dann folgt Holger mit dem ersten blauen Canadier. Die anderen folgen, oben eingewiesen von mir, unten gesichert und fotografiert von Holger. Ich glaube, dass Clara ein kleiner Stein vom Herzen gefallen ist, als sie mit Cora zusammen im schnellen Zweierkajak die Rutsche bewältigt hat.

Holger hält auf dem folgenden Streckenabschnitt besondere Aussicht, er hofft auf einen „Paddel-in-Baumarkt“ direkt am Ufer. Er will gerne aus den beiden Zwillingscanadiern einen Katamaran bauen, eine Idee der Offheimer Zwerge (benannt nach der Gallionsfigur im Offheimer blauen Canadier)

Der Baumarkt am Ufer taucht aber nicht auf. Stattdessen die üblichen Päckchen und Wasserschlachten inclusive Bootsturnereien verbunden mit Schwimmeinlagen der Kinder und Jugendlichen.

War es an diesem Tag, dass das Boot von Paul kenterte und verlor er dabei seine Spritzdecke?

Vielleicht hier mal einige ungelöste Rätsel der Fahrt:

Wie kommt es, dass in Booten, die abends komplett ausgeleert werden, trotzdem noch jede Menge Wasserflaschen, eine Riesenpfanne, und zwei Spritzdecken liegen?

Warum müssen alle Ansagen für Paul und Philip noch öfter wiederholt werden? Soll ich einen Kurs in der Gebärdensprache belegen, damit sie mich besser verstehen?

Warum begreifen junge Menschen nicht, dass schmutziges Geschirr sich nur ganz selten selbst reinigt, ja sogar nicht mal von alleine in die Spülschüssel marschiert?

Als wir am Spätnachmittag getrieben (denn gepaddelt wurde an diesem Tag schon nicht viel) beim KC Rinteln ankommen, sind alle Kinder und Jugendlichen sofort von dem benachbarten Schwimmbad angetan und wollen sooofort da rein. Ich kann das verstehen, denn an diesem Tag waren unsere Kinder ja erst seit ca. 6 Stunden im Wasser (und schwammen zwischen den Booten und turnten darauf) und einige waren immer noch ganz nass…

Aber der bevorstehende Großeinkauf (sonst gib´s nix zu essen) erfordert den Einsatz von allen.

Holger startet mit Clara, Lukas und Fabian eine Exkursion zu einem Baumarkt, der Rest muss mit mir und Cora zum Marktkauf. Ich verdonnere alle zum Zusammenbleiben, erst nach dem Gruppeneinkauf gibt es für jeden Zeit, sich mit den überlebenswichtigen Süßigkeiten selbst zu versorgen.

Jurek entscheidet sich für einen Pudding, den er in Ermangelung eines Löffels mit nicht mehr ganz sauberen Fingern isst. Großzügig bietet er davon allen anderen auch an.

Sehr bepackt laufen wir vom Supermarkt wieder zur Weser zurück, dabei fällt manche Flasche der Erdanziehung, die manchmal ungewohnt heftig auftritt, zum Opfer.

Abends gibt es Reis mit Geschnetzeltem in Sahnesoße und Schmant (für die kalorienbewussten Reisenden), köstlich.

Wir bestehen darauf, dass in den Zelten geschlafen wird.

 

Donnerstag, 06.08.09

Die Aussicht, bis 12 Uhr im Schwimmbad zu bleiben, beschleunigt das Frühstück und das Zeltabbauen, ziemlich schnell sind alle Boote beladen, nur die Picknicksachen bleiben uneingepackt im Schatten.

Jutta hat sich an unserem Topf ganz fürchterlich die Hand verbrannt. Sie und Cora bleiben lieber auf dem Zeltplatz, der Rest der Blase marschiert ins Schwimmbad, die fixeren Limburger zuerst.

Die Fotos zeigen den Spaß auf der Rutsche, beim Turmspringen und in der Strömungsbahn. Ein gemeinsames Rutschen der Limburger endet mit kleinen Blessuren und Tränen, die aber schnell vergessen sind.

Ich besorge vor allem für den krebsrot angelaufenen Paul in der Apotheke ein Mittel zum Lindern des Sonnenbrandes.

Mittags essen wir zusammen noch im Kanu-Club, dann geht es in die Boote. Damit haben sich aber die Bewegungen für den heutigen Tag für die meisten von uns schon erledigt, wir treiben mehr nach Borleffzen, als das wir etwas für die Fortbewegung tun. Der Katamaran setzt sogar Segel. Holger füttert die schwimmenden Kinder mit sauren Gurken, als ob sie Delfine wären.

So dümpeln wir gemächlich. Cora, Sönke, Justus und ich fragten unterwegs mal vorsichtig, um herauszufinden, wie lange wir noch treiben müssten, trotzdem verpassten wir fast die Hafeneinfahrt des Campingplatzes.

Der selbst gefällt mir auf Anhieb überhaupt nicht – aber es gibt halt einfach keine Alternative.

Zuerst irren wir im Hafenbecken etwas hin und her, eine Frankfurter Mutter hat schon mal die Claims für beide Gruppen abgesteckt – das Ausladen der Boote im Schlamm, der Gerüchten zu Folge mit irgendwelchen Allergie auslösenden Schnecken bevölkert ist, gestaltet sich mühsam.

Die Frankfurter tun mir bald leid, denn Jutta und Lara waren versehentlich am Platz vorbei gepaddelt, Lars setzt ihnen mit dem Boot nach und beauftragt die „großen“ Mädchen, schon mal einzukaufen und zu kochen.

Ich helfe ihnen beim Boote aus dem Wasser tragen und Entladen.

Cora und Holger verhandeln mit dem Platzpatron des Campingplatzes und bestellen Brötchen für den nächsten Tag. Unsere Kochgruppe zaubert den Rest der Nudeln zusammen mit Tomatensoße, angereichert mit Sahne und Thunfisch – lecker! Wer keinen Fisch mag, futtert Pastasoße zu den Spaghetti.

Verhältnismäßig früh ist es ruhig, das Schwimmbad und die Sonne fordern ihren Tribut. Ich trinke mit Lars und Jutta, die versuchen, den jungen Motorbootfahrer, der sie ein Stück zum Campingplatz zurückgeschleppt hatte, abzuwimmern, noch einen Schluck Rotwein, dann lege ich mich auch in die Kiste und schlief ein.

 

Freitag, 07.08.

Sonne wieder zum Frühstück. Beim Brötchenholen nach Holgers Kaffee (diesmal kocht er 2 Kannen, denn die erste verschüttete er auf der Wiese) ratsche ich mir meinen linken Zeigefinger an einem Metallregal im Campingladen auf. So habe ich ein Blutbrötchen.

Überhaupt die weiten Wege auf diesem Platz – ein Klogang muss gut überlegt werden…

Nach dem Frühstück wollen unsere Jungs gerne noch mal im Baggersee des Platzes planschen – die Erwachsenen und unsere Jüngsten lade ich als Alternative ein zu Kaffee und oder Eis, so haben wir alle einen schönen Start in den Tag.

Auf der Fahrt nach Minden sind Cora, Justus, Sönke und Jonas mit mir eine Art Vorhut vor der Katamaran Flotte und den vielen Schwimmern drumherum.

Wir dichten, was das Zeug hält, zur Melodie eines alten Liedes, das die Kinder aber nicht kennen, aber schnell lernen.

Bis wir in Minden nachmittags ankommen haben wir fast für jeden Limburger eine eigene Strophe.

Das Gelände ist sehr weitläufig, man sieht die Stadt am anderen Ufer, wir können die Kinder und Jugendlichen ca. 100 m weit weg von uns schlafen lassen…. Aber leider gehört das Gelände zu einem anderen Verein. Also das ganze Zeug etwas weiter schleifen, ein kleinerer Platz, aber immer noch sehr schön.

Und das Bootshaus ist wirklich super eingerichtet, alles neu (wir verbieten schnell allen, sich darin unnötig aufzuhalten, denn wir haben keine Lust hinterher viel zu putzen.

Der Empfang ist wirklich herzlich und freundlich.

Die Frankfurter erhalten Besuch von Eltern und Geschwistern, besonders Lara ist ganz stolz und stellt mir ihre jüngeren Schwestern vor.

 

Clara und ich fahren kaufen – nicht mehr viel, wir wollen abends Pizza bestellen, aber wir brauchen dringend Wasser und Süßigkeiten für die Heimfahrt.

Als die Pizza gerade geliefert wird, kommt die Polizei und fragt, ob wir diejenigen welche wären, die mit Walnussfrüchten auf den Balkon vom Nachbarhaus geworfen haben…

Schön, dass sich die Akteure sofort melden, so kann eine Delegation von Limburgern und Frankfurter Jungs mit Polizeischutz zu dieser Frau gehen und bewaffnet mit Spüli, Schwamm und Wasser die Flecken säubern. Das gelingt nicht vollständig, der Gerbstoff gibt nicht so schnell auf.

Wir hinterlassen unsere Adresse und meinen Namen, dann können wir wieder abziehen.

Den Jungs und auch uns Betreuern ist die Stimmung doch etwas abhanden gekommen und so wird der Abschiedsabend am Fluss (weg von den Häusern) kurz und wenig amüsant. Schade, das hat unsere Fahrt nicht verdient.

Aber die Nacht unter freiem Himmel für die Jungs ist doch noch schön – nur einmal kurz von Holger gestört, als der Geräuschpegel doch noch einmal anstieg.

 

Samstag, 08.08.09

Holger kocht Kaffee, ich hole Brötchen für die Meute.

Später wird das ganze Gelump incl. der Boote auf und in dem Hänger und in meinem Auto verstaut, das geht erstaunlich schnell.

Danach laufen wir noch über die Brücke zur Wasserkreuzung Weser / Mittellandkanal. Aber wir sind alle etwas müde.

Also zurück zum Bootshaus. Ich packe schnell noch etwas für die Fahrt und dann kann ich schon mal los. Holger muss dann doch beim Aufräumen rund um die Sitzgruppe auf den militärischen Ton umschalten. Scheinbar erkennt man in einem gewissen Alter Chipstüten nur dann, wenn sie voll sind. Leere auf dem Boden sind bezüglich der Wahrnehmung komplett ausgespart.

Meine Heimfahrt im Auto verläuft ruhig, berghoch mit ca. 60 km/h, geradeaus etwas schneller, immer mit Vollgas, nur bergrunter nicht.

Holger erzählt mir später von der nicht immer reibungslosen, dafür aber nervigen Bahnfahrt mit einigen Jungs, die ihr gutes Benehmen wohl in der Weser versenkt hatten, es ist Zeit, dass die Ferienfahrt zu Ende geht. Ich bin schon um 17:30h in Limburg und habe Zeit, Pommes zu essen und warte dann auf die Bahnfahrer.

Sie und (fast) alle Eltern kommen dann, und wir packen schnell alles aus, um und ab. Das Lied von der Gruppe wird noch einmal gesungen, es gibt einige kurze Gespräche mit den Eltern, und dann ist die Fahrt zu Ende…

 

Sommersonne, gute Laune,

Mädchen höre, Junge staune!

Wir fahr´n die Weser mit Gepäck

Such Deine Sachen, nix wie weg!

 

Von den Offenheimer Bergen

Kommen drei sehr nette Zwerge,

sind mal schnell und sind mal lahm

unterwegs im blauen Kahn.

 

Immer schnell und fit und flink

Sitzt am Steuer Lukas Mink,

hat den Finger voller Eiter,

trotzdem ist er froh und heiter.

 

Und wir schlafen draußen gerne,

wenn am Himmel stehn die Sterne,

doch am Morgen kommt der Lars,

weckt mit Wasser uns ganz nass…

 

Kurz nach sieben in der Frühe

Holger braut ne braune Brühe,

dann kippt er den Kaffee um,

Detlef schaut ganz dumm und stumm…

 

Henrik will Messias sein,

doch wir fallen nicht drauf rein!

Er will übers Wasser laufen,

muss fast jämmerlich ersaufen.

 

Wer stimmt schmutz´ge Lieder an

Auf dem blau´n Katamaran?

Sie treiben faul den ganzen Tag,

und sie tun kein einz´gen Schlag.

 

Justus´ Boot hatte ein Leck,

und da war er fast schon weg,

doch wir konnten das Loch zukleben

und wir retteten sein Leben.

 

Und es stöhnt der Fahrtenleiter,

der Verkehr geht nicht mehr weiter,

denn wir werden nur getrieben,

viel Bewegung wird vermieden…

 

Und der Fabi mit der Pump-Gun

Schießt mit Wasser jeden an,

auch die Clara spritzt uns nass

und brüllt dann „Mama, schnell gib Gas!“

 

Und verboten ist der Schlamm,

Philip hält sich nicht daran…

Doch der Schlamm ist voller Schnecken,

die an seinen Füßen lecken.

 

Jurek liebt den Pudding immer,

isst ihn mit dem dreckigen Finger,

und er lädt uns alle ein,

„probiert doch mal, denn das schmeckt fein!“

 

Und in Vlotho ist ein Hafen,

doch die Einfahrt wurd´ verschlafen,

so die Lara und die Jutta

kamen heim dann mit´m Kutter.

 

Ach, wer liegt denn da so faul?

Ja, das ist doch unser Paul!

Der will den ganzen Tag nur chillen,

oh, er hilft nur wider Willen.

 

Abends kochen wir mit Mühe

Ein ganz köstliches Menüe

Detlef klimpert dazu Lieder

Vorwärts, rückwärts immer wieder.

 

Auch der Abwasch stört uns kaum
wir nehmen einfach noch mehr Schaum
fliegt aus der Fassung dann der Hahn
schrauben wir ihn wieder dran.

 

Aus dem Zelt von Jonas Fischer

Tönt ein schreckliches Gekicher,

Söhnke rüttelt an dem Zelt,

und hält wach damit die Welt.

 

Und die Cora macht den Plan,

und sie treibt uns alle an,

schickt uns spülen, kochen, kaufen,

hält die Gruppe so am Laufen!

 

Jakob wurd´ am Bein gestochen,

er kam stöhnend angekrochen,

„Schaut doch bitte hier mal eben,

kann ich damit überleben?“

 

Wird mal der Bogen überspannt,

gibt man sich danach die Hand,

wurd´ ein Balkon gedankenlos verschmutzt,

nach der Entschuldigung wurde geputzt…

 

Mit den Frankfurtern zu reisen

kann man nur aufs höchste preisen.

Gut gelaunt, voller Ideen

wir wolln gern sie wieder sehen!